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PeNum's DigiCam Forum / Basiswissen Fotografie / Lexikon der digitalen Fotografie / Blende In diesem Thread befinden sich 9 Posts. | ![]() ![]() | |||
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---- Certified User ---- Lord Forum Häuptling
| Die Blende ist eine Öffnung im Objektiv, die uns ermöglicht die einfallende Lichtmenge auf den Film/CCD zu regulieren. Ist die Blende weit geöffnet kommt viel Licht auf den Film/CCD. Man spricht dann von einer großen Blende. Ist die Blende fast geschlossen kommt sehr Wenig Licht auf den Film/CCD. Man spricht dann von einer kleinen Blende. Zwischen der größten Blende und der kleinsten Blende gibt es eine endliche Anzahl an Blendenöffnungen. Je mehr Blenden wir auswählen können, je genauer kann man die einfallende Lichtmenge regulieren. Nun ist es so das die Objektive alle eine unterschiedliche Länge haben. Je länger so ein Objektiv ist, je weniger Licht kommt am anderen Ende an. Ein längeres Objektiv muß also einen größeren Durchmesser haben um dieselbe Menge an Licht ans andere Ende bringen zu können. Durch den größeren Durchmesser wird aber auch die Blende in ihrem Durchmesser größer. Um dem Fotografen einen Anhaltspunkt zu geben wieviel Licht sein Objektiv in der Lage ist durchzulassen hat man die Blendenzahlen genormt. Eine Blende gibt ein Größenverhältnis wieder. Das Verhältnis wird so beschrieben: Der Durchmesser der Blende im Verhältnis zur Länge des Objektivs. Ist das Objektiv z.B. 30cm lang und der Durchmesser der größten Blende ist 15cm bekommt man folgendes Verhältnis: 15cm / 30cm = ½ Das Verhältnis ist also 1:2 (eins zu zwei). Im allgemeinen spricht man dann von einer Blende 2. Ist diese Blende gleichzeitig auch die größte Blende am Objektiv wird das Objektiv mit einer Anfangslichtstärke von 2 bezeichnet. Da die Blendenzahlen genormt sind ist die Menge an Licht bei einer gleichen Blende dieselbe, egal welches Objektiv man benutzt. Die Norm für die Blendenzahlen äußert sich in einer Blendenreihe die wie folgt aussieht: 1 1,4 2,0 2,8 4,0 5,6 8,0 11 16 22 32 45 64 Die Norm besagt das sich die Lichtmenge bei jedem abblenden auf einen vollen Wert halbiert. Stellt man an seiner Kamera von Blende 2,0 auf 2,8 kommt nur noch die Hälfte an Licht am Ende des Objektivs an. Man müßte also doppelt so lange belichten um genauso viel Licht auf den Film/CCD zu bekommen. Hier wird das enge Verhältnis zwischen Verschlußzeit und der Blende deutlich. Im nachfolgenden Beispiel werden mehrere Einstellungsmöglichkeiten an der Kamera gezeigt die, die von der Belichtung her genau dasselbe Ergebnis erzielen würden: Blende 2,0 Verschlußzeit 1sek. Blende 2,8 Verschlußzeit 2sek. Blende 4,0 Verschlußzeit 4sek. Blende 5,6 Verschlußzeit 8sek. Blende 8 Verschlußzeit 16sek. Warum aber verdoppeln sich die Blendenzahlen nicht wenn doch nur die Hälfte an Licht durchkommt? Wir gehen einfach mal von einem Objektiv mit einer Lichtstärke von 1 aus und 100mm Brennweite und berechnen die Fläche die die größte Blende freigibt. Bei einem solchen Objektiv ist wäre der Durchmesser der größten Blende auch 100mm, was einen Radius von 50mm ergibt: Fläche eines Kreises = Pi x Radius² = 3,1415 x 50mm x 50mm = 7854mm² Soll nun die Hälfte an Licht durchgelassen werden muß diese Fläche halbiert werden: 7854mm² / 2 = 3927mm² Gesucht wird jetzt der Durchmesser für diese halbierte Fläche: 3927mm² = Pi x Radius² Wurzel aus (3927mm² / Pi) = Radius Radius = 35,35mm Durchmesser = Radius x 2 = 70,7mm In welchem Verhältnis hat sich der Durchmesser der halbierten Fläche zur vorherigen Fläche verändert? 100mm / 70,7mm = 1,4144 ~ 1,4 Anders gesagt Durch die Halbierung des Durchmessers bei Blende 1 angefangen verändert sich die Blende auf 1,4 Rechnen wir weiter erhalten wir die Blendenreihe: 1,4144 x 1,4144 = 2 2 x 1,4144 = 2,8 2,8 x 1,4144 = 4 4 x 1,4144 = 5,6 5,6 x 1,4144 = 8 usw… Die Blendenzahlen sind also mathematisch genormt. Die unten angesprochenen halben und drittel Blendenwerte verhalten sich mathematisch so wie sie heißen. Statt dem Wert von 1,4144 müsste man bei halben Blenden einen ungefähren Wert von 1,189 zugrundelegen. Für die Drittelblenden einen Wert von ca. 1,12. Stellt sich nun die Frage wozu man überhaupt Blenden braucht, schließlich ist das Ergebnis immer dasselbe. Die Blende bringt aber noch mehr Eigenschaften mit sich als die Regulierung der einfallenden Lichtmenge. Je weiter man abblendet je größer wird der Bereich der Schärfentiefe. Habe ich also eine große Blende eingestellt muß ich nicht so lange belichten, habe dafür aber einen sehr kleinen Schärfebereich in meinem Endprodukt Bild. Wähle ich die kleinste Blende muß ich um ein vielfaches länger belichten, bekomme dafür aber einen sehr ausgedehnten Schärfebereich. Es obliegt also dem Fotografen zu entscheiden was ihm in welchem Moment wichtiger ist. Nun liegt die Vermutung nahe so weit wie möglich abzublenden wenn man viel Licht zur Verfügung hat und einen großen Tiefenschärfebereich haben möchte. Wie oben aber schon erwähnt ist das nicht ganz zutreffend. Die meisten Objektive verhalten sich so das man die maximale Leistung rausholen kann wenn man zwei bis drei Blendenstufen von der kleinsten Blenden an abblendet. Blendet man weiter ab kommt es zu Beugungsunschärfe. Die Wahrscheinlichkeit ein gestochen scharfes Bild zu bekommen wird mit weiterem abblenden immer geringer. Da man hierzu aber keine allgemein gültige Aussage treffen kann, sollte man seine Objektive daraufhin selber testen. Die Kamera auf ein Stativ stellen und ein Bild mit jeder vollen Blendenstufe von etwas machen anhand dessen man die Schärfe gut beurteilen kann. In der Regel läßt die Schärfe ab Blende 11 bei Kleinbild deutlich nach. Wie so eine Blende aussieht zeigt das folgende Bild. Man kann die einzelnen Lamellen sehen und wie das Öffnungsverhältnis bei den einzelnen Blendenstufen ist. Die einfachsten Konstruktionen haben 5-6 Blendenlamellen wie im obigen Bild. Je mehr Blendenlamellen, je besser, denn je gleichmäßiger ist die Rundung der Blende. Folgendes Beispiel zeigt wie sich eine stark abgeblendete Blende bei einer Langzeitbelichtung auswirken kann: Die Lichtquellen bekommen diese typische Sternchenform. Grüsse Tom - Editiert von Tomka am 23.05.2004, 16:47 - - Editiert von Tomka am 17.08.2004, 16:35 - - Editiert von Tomka am 20.12.2005, 00:23 - - Editiert von ottograu am 26.06.2008, 00:05 - www.kronheim.eu | ||||
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Gast | Hallo, habe mir gerade mal folgendes auf der Zunge zergehen lassen und frage mich: Stimmt das? "Da die Blendenzahlen genormt sind ist die Menge an Licht bei einer gleichen Blende dieselbe, egal welches Objektiv man benutzt." Das kann, wenn man logisch über den Satz nachdenkt nicht ganz stimmen. So wie beschrieben, bleibt es ein Verhältnismaß. Ich denke jedoch, es ist ein Maß das den Lichschwund angibt und nicht die verbleibende Lichtmenge. Wir haben bei uns im Forum darüber gerade diskutiert. Mehr dazu auf: http://www.digideep.com/forum/viewtopic.php?t=1340&language=de Über eine Antwort / Korrektur freue ich mich. Man lernt ja nie aus ![]() | ||||
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---- Certified User ---- Orakel |
Doch, stimmt schon. Der Objektivdurchmesser hat mit der Berechnung der Blendenzahl nichts zu tun, sondern die Brennweite: ![]() Verwendet man zwei gleich lichtstarke Objektive kommt bei derselben verwendeten Brennweite genau die gleiche Menge an Licht auf den Sensor. Unabhängig von einem Durchmesser des Objektivs. Je größer der Durchmesser, desto lichtstärker kann das Objektiv werden, das schon. Trotzdem ist das Loch durch die Blende bei einer gewissen Brennweite immer gleich groß. In Tomka's Text gehört 'Länge des Objektivs' auf 'Brennweite' umgebessert. Jochen - Editiert von Jo am 11.04.2005, 18:12 - - Editiert von ottograu am 26.06.2008, 00:06 - | ||||
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Gast | Wieso sollte es nicht - die Berechnung des Blendenwertes erfolgt ja aufgrund der effektiven Brennweite nicht der Kleinbild equivalenten. Die Blende hat mit der Kamera rein theoretisch nichts zu tun - sie bezieht sich rein auf das Objektiv, und DIESES hat ja eine Brennweite. Um es besser zu verstehen ist die SLR das beste Beispiel - nehme ich das Objektiv hab, hat sie immernoch eine Blende egal ob nun hinten eine Kamera dran ist oder nicht - wie groß nun das Aufnahmemedium ist, hat demnach nichts damit zu tun wie Lichtstark das Objektiv ist. Gleiches gilt natürlich auch für Kompaktkameras ... Das die Formel nicht stimmt wage ich zu bezweifeln... schließlich funktioniert Fotografie schon über 100 Jahre auf dieser Theorie hin ![]() | ||||
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---- Certified User ---- Orakel |
Genau. Welche Kamera du hinter das Objektiv hängst, ist der Blendenöffnung sowas von egal... ![]()
Diese Formel ist die Definition des Blendenwertes, kein naturwissenschaftliches Grundgesetz. Der Blendenwert ist ja nicht mit einem Messgerät oder Sensor nachmessbar. Diese Grenzphänomene gibt's auch in der Optik: Beugung z.B. Aber was ich aus deinem letzten Beitrag rausgelesen hab, willst du es so haben, dass du dieselben Einstellungen an einer analogen, DSLR oder Kompakten vornimmst, und dann muss bei allen drei exakt gleich helle Bilder rauskommen, oder? Das wäre bei dir diese 'genormte Vergleichbarkeit'? Das wird's nicht spielen, da brauchen wir etwas mehr Formeln als nur die Blende. Da steckt viel Physik -- und vor allem das Wissen um die Konstruktion und die internen Vorgänge in den Digitalkameras (Hardwarespezifikationen, Firmware, etc.) -- dahinter. Und auf letzteres hat man im Allgemeinen keinen Zugriff. Die verschiedenen Systeme waren aber auch schon in der Analogfotografie nicht direkt vergleichbar. Aber vielleicht physikalisch und optisch noch halbwegs berechenbar. Spätestens bei den Auswirkungen der verschiedenen Filmemulsionen (zwischen den Herstellern) wurde es dann kompliziert, auch da war und ist keine Normierung möglich. Jochen - Editiert von Jo am 11.04.2005, 22:38 - | |||||
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Gast | Hallo Jo, danke dass mich jemand versteht! Es ging mir in der Tat nur um den Widerspruch im Post von Tomka. Wenn man das...
und das gegenüberstellt
..macht es keinen Sinn, oder könnte die Leute in die falsche Richtung führen. Ich gebe Dir recht, das man so lange man in der SLR Welt bleibt, alles einfacher ist. Zu \"chillie\": Es ist ja sehr schön wenn Du Kamera und Objektiv trennst, um mir nochmal zu sagen das die Blende ein Verhältnismaß ist. Du kannst dass ja gerne mal bei einer Kompaktkamera wiederholen. Ist der praktischen Anwendung jedoch nicht unbedingt dienlich! Aber Du hast recht, dieKompaktkamera hat dann immer noch eine Blende ![]() Abschliessend nochmal zur Wiederholung: Die Grundfrage von einem unserer User im UW-Foto Forum war, ob die Blende an einer DSLR das gleiche Bild wie an einer Kompaktkamera mit der gleichen Belichtungszeit und Blende hat. Das Foto um dass es ging war von einer Kompaktkamera und mit vergleichbaren Einstellungen augenscheinlich dunkler. Er hatte (wie hier) argumentiert, das Blenden ja genormt sind - was sich nur bedingt als richtig erwiesen hat. Man kann die Blende nicht kameraübergreifend als einen Referenzwert für die Lichtempfindlichkeit darstellen. Es ist lediglich ein Parameter (neben vielen anderen) der das beeinflusst. | |||||
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---- Certified User ---- Orakel | Die beiden Zitate von Tomka, die du gerade gepostet hast, widersprechen sich nicht und sind in Ordnung. Beides trifft zu. Die Unterschiede kommen nach dem Objektiv... ![]()
Eine digitale Kompakte?
Nein, sie sind genormt. Eindeutig. Du missverstehst die Normung: Normen heißt in diesem Zusammenhang nicht, das hinten das gleich helle Bild rauskommt. Wie schon gesagt: Die Unterschiede beginnen nach dem Objektiv.
Lichtstärke (bzw. Blende) ist nicht die Lichtempfindlichkeit. Lichtempfindlichkeit ist eine Eigenschaft des Films bzw. wird durch die Spannungsverstärkung in den Digitalsensoren beeinflusst. Nicht durch das Objektiv. Jochen | |||||||
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---- Certified User ---- | naja, wenn man es ganz genau nimmt passiert ja folgendes. die blendenzahl gibt ja nichts weiter als den durchmesser der blende im verhältnis zur brennweite in mm an. bei 50/1.4er objektiv wäre der größte blendendurchmesser etwa 36mm groß. was dann an licht effektiv hinten ankommt, ist auch noch von der anzahl der linsen, sowie deren vergütung abhängig. da die unterschiede zwischen den linsen vernachlässigbar gering sind, belassen wir es doch einfach mal dabei, dass ein 1.4er objektiv vom hersteller a die gleiche lichtmenge auf die filmebene bringt wie das 1.4er vom hersteller b. | ||||
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